Wie flexibles Arbeiten die Datensicherheit verbessert

Mit dem globalen Wandel und der Globalisierung entstand die Notwendigkeit einer weitreichenden Digitalisierung. Schnellstmöglich sollte diese realisiert und zum Laufen gebracht werden. Faktoren wie Sicherheit, Kompatibilität und Funktionalität waren dabei vorerst zweitrangig. Aber jetzt, da flexibles Arbeiten wesentlich alltäglicher geworden ist und der Schutz von Geschäfts- und Kundendaten wieder in den Vordergrund rückt, werfen wir einen Blick auf die Vorteile, die die Digitalisierung und das flexible Arbeiten mit sich bringen.

Im Rahmen des Europäischen Monats für Computer- und Netzsicherheit (European Cybersecurity Month) hat Quentyn Tayler, Direktor für Informationssicherheit bei Canon für Europa, den Nahen Osten und Afrika, die Vorteile der Massnahmen, welche insbesondere durch die Pandemie eingeführt wurden, zusammengefasst.

Der dezentrale Ansatz macht vieles einfacher

Die neuesten Ereignisse haben dem Ansatz des dezentralisierten Arbeitens einen enormen Aufschwung gegeben. Zugegeben, es wäre einiges entspannter, diesen Ansatz mit genügend Vorlauf in die Unternehmenskultur einzuführen. Nichtsdestotrotz bringt dieser schnelle Wandel aber auch Vorteile mit sich.

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Tatsächlich wird das Infrastrukturrisiko erheblich reduziert, wenn das Team auf mehrere Standorte verteilt ist. Ereignisse, welche den Informationsfluss beeinträchtigen, wie beispielsweise ein Brand im Büro, der die Zentrale lahmlegt, fallen durch dezentralisiertes Arbeiten weg.

De facto kann sich der Informationsfluss sogar verbessern. Nachdem die Systeme so angepasst wurden, dass die Mitarbeitenden von jedem beliebigen Ort aus arbeiten können, wird die Abhängigkeit von zentralen Standorten und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Informationsspeicherung verringert. Die Reduzierung der Bürofläche minimiert allerdings nicht automatisch das Unternehmensrisiko an sich. Es kommt ganz darauf an, wie mit der Dezentralisierung umgegangen wird.

Die breite Nutzung von Cloud-Diensten hat für stärkere Sicherheitsmassnahmen gesorgt

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Mit einer gewaltigen Verschiebung in die Digitalisierung ist eine deutlich erhöhte Inanspruchnahme von Cloud-Diensten und dementsprechend einige massive Verbesserungen der Sicherheit einhergegangen. Unternehmen mussten dem Risiko, welches entsteht, wenn sich die Mitarbeitenden von nicht vertrauenswürdigen Netzwerken anmelden, entgegenwirken. Unvorbereitete IT-Abteilungen waren zweifellos gefordert. Aber die daraus resultierenden Vorteile dürfen nicht unterschätzt werden. Grundsätzlich haben Unternehmen durch die neuesten Ereignisse und die damit einhergehenden Herausforderungen ihre Sicherheitsmassnahmen automatisch verbessert – und sind somit besser gerüstet für die Zukunft.

Der Aufwand, den Mitarbeitende und Unternehmen hatten, um ihre E-Mail-Einrichtung in die Cloud zu bekommen, zahlt sich aus. Sie haben nun Zugang zu Sicherheitsmassnahmen mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Und sie haben die komplexen Infrastrukturanforderungen beseitigt, um via VPN in das Büronetzwerk hinein und wieder herauszukommen. Und damit man sich nicht bei jeder Anwendung neu authentifizieren muss, wurde der Prozess vereinfacht und eine einzige Authentifizierung ermöglicht. Dadurch erhalten Unternehmen einen viel klareren Überblick darüber, wie und wo die Mitarbeitenden ihre Accounts werden und können eventuell auftretende Sicherheitsverletzungen leichter identifizieren und beheben.

Die Vorteile liegen aber nicht nur im Sicherheitsbereich. Mit der Verlagerung aller Systeme in die Cloud benötigt man nicht nur weniger Bürofläche, sondern auch weniger Platz im Rechenzentrum.

Videokonferenzen sind ein bedeutendes Hindernis für Angreifer

Die Nutzung von Videokonferenzdiensten ist in den letzten Monaten rasant gestiegen. Viele dieser Dienste gibt es zwar schon seit Jahren, aber dank dem Wandel hin zur flexiblen Arbeit nahm deren Bedeutung und Gebrauch enorm zu. In Bezug auf die Sicherheit bedeutet das, dass die Videokonferenzdienste bisher kein grosses Zielgebiet für Angreifer waren.

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Im Moment ist es noch selten, dass ein Angreifer dynamische Videoinhalte generiert. Tatsächlich ist es sogar ziemlich schwierig, einen Einstiegspunkt zu finden. Während es vergleichsweise einfach sein mag, eine E-Mail oder eine Stimme zu täuschen, ist das Niveau der Live-Täuschung besonders anspruchsvoll. Während also kein System, das mit dem Internet verbunden ist, jemals als vollkommen sicher angesehen werden kann, sind Unternehmen momentan durch die Verwendung von Videokonferenzen klar im Vorteil. Dennoch muss immer Vorsicht geboten werden. In dem Masse, wie sich die Technologie verbessert, verbessern sich auch die Möglichkeiten für Cyberkriminelle.

Flexibles Arbeiten kann als Sicherheitsrisiko oder aber als Sicherheitsvorteil betrachtet werden. Je nach dem, wie Unternehmen diese Herausforderung annehmen wollen. Dezentralisierung muss nicht unbedingt Desorganisation bedeuten. Durch klare Strukturen können der Informationsfluss, die Berichterstattung über Zwischenfälle, die Befehlskette und, was entscheidend ist, die Delegation in der Befehlskette geregelt und organisiert werden. Die digitale Entwicklung wurde im letzten Jahr massiv beschleunigt, und alles, was es braucht, um Schritt zu halten, sind ein paar einfache Schritte.

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